Transthorakale Echokardiographie (TTE)

Transthorakale Echokardiographie (TTE)

Grundeinstellung am GE VenueTM

  • Auswahl der Cardiac 3Sc Sonde (Sektorschallkopf)
  • Optional laufendes EKG via GE VenueTM (nötig zur Interpretation von Prozessen in Systole/Diastole)

PLAX – parasternale lange Achse

 Schallkopfposition

– Links parasternal etwa in 3-4 Interkostalraum, Indikator (Markierung) zur rechten Schulter gerichtet (auf 10-11 Uhr)

 Qualitätskriterien

  • (Siehe Abb. 1)
  • Flach liegender linker Ventrikel
  • Von oben nach unten 3 Hauptstrukturen identifizierbar:
1. Rechter Ventrikel (RVOT)
2. LVOT, Aortenklappe, Aortenbulbus
3. Linker Ventrikel, Mitralklappe, linker Vorhof

– Einstelltiefe: mind. 1-2cm  tiefer als die LV Hinterwand  (Aorta descendens sichtbar)

 Messungen, Pathologien

  • EPSS (siehe Abb. 2 + 3 + 4) (end point septal separation) – zur Einschätzung der LV-Funktion (Normal < 10mm)
  • Perikarderguss
  • Pleuraerguss
  • Klappenmorphologie

Abb. 1: PLAX Normalbefund

 

Abb. 2: EPSS M-Mode; Strahl über anteriorem Mitralklappensegel

 

Abb. 3: EPSS Messschritte

 

Abb. 4: EPSS M-Mode, Messort

 

PSAX – parasternale kurze Achse

 Schallkopfposition

  • Links parasternal etwa in 3-4 Interkostalraum, Markierung gerichtet zur linken Schulter (etwa auf 2 Uhr)
  • Falls erst PLAX eingestellt, dann Rotation 90o im Uhrzeigersinn

 Qualitätskriterien

  • Siehe Abb. 5
  • Leitstruktur – runder linker Ventrikel (LV), mittig positioniert
  • Papillärmuskeln etwa auf 5 und 7 Uhr
  • Rechter Ventrikel seitlich bzw. auf dem LV sitzend
  • Einstelltiefe: mind. 1-2 cm  tiefer als der inferiore LV Wand

 Messungen, Pathologien

  • Systolisch LV- Pumpfunktion nach Teichholz (Abb. 6 + 7)
  • RV Belastung (D-Sign)
  • Regionale Wandbewegungsstörungen (RWBS)
  • Perikarderguss

Abb. 5: PSAX Runder linker Ventrikel mittig

 

Abb. 6: EF nach Teichholz; Untersuchungsverlauf

 

Abb. 7: Links: M-Mode-Strahl (AMM) durch die Mitte des LV; Rechts: Messpunkte

 

A4Ch – apikaler 4 Kammer Blick

 Schallkopfposition

  • In der Projektion des „Herzspitzenschlages“, etwas unterhalb und lateral der Mammille. Markierung zur linken Patientenseite gerichtet (etwa auf 3 Uhr)
  • Falls vorher PSAX eingestellt, dann „runterfahren“ mit dem Schallkopf Richtung Herzspitze und Schallkopf etwa 45o rotieren im Uhrzeigersinn

 Qualitätskriterien

  • Siehe Abb. 8
  • Alle 4 Kammern sichtbar
  • -„ASK“ -: Apex, Septum (steht gerade), Klappenebene (MK, TK)
  • Septum in der Mitte parallel zum Ultraschall Strahl
  • Möglichst gross dargestellte Vorhöfe, sichtbarer Apex
  • Vermeide „Foreshortening“ (Verkürzung des Ventrikels bei Anlotung zu kranial)
  • Optimalerweise sichtbare Seitenwände des LV und RV
  • Einstelltiefe: 1-2 cm  tiefer als Vorhöfe

 Messungen, Pathologien

  • Systolisch LV Pumpfunktion MAPSE (= longitudinale Funktion), M-Mode. Pathologisch MAPSE <7 mm. (Abb. 9 und 10)
  • Systolisch RV Pumpfunktion TAPSE (= longitudinale Funktion), M-Mode. Pathologisch TAPSE <17 mm. (Abb. 11)
  • Systolisch RV Pumpfunktion RV S` (= longitudinale Funktion),  PW + TDI über Trikuspidalannulus – Pathologisch RV S` < 10 cm/s (Abb. 12)
  • Diastolische LV Dysfunktion (LVDD) (Abb. 13 und 14)
  • Regionale Wandbewegungsstörungen
  • Perikarderguss

Abb. 8: A4CH, Apikaler 4 Kammer Blick

 

Abb. 9: MAPSE: 1. M-Mode, 2. Einstellung des M-Mode-Strahls über Mitralklappenanulus, 3. Bestätigung M-Mode

 

Abb. 10: MAPSE ausmessen

 

Abb. 11: TAPSE ausmessen

 

Abb. 12: RVS`: PW Doppler auf Trikuspidalanulus-Ebene einstellen (Schritt 2)

 

Abb. 13: Diastolische Funktionseinschätzung. Sampling Point oberhalb der Mitralklappe (mitral outlet) (Schritt 2). Erste Welle – E (early passive phase of diastolic filling), zweite Welle – A Welle (atrial contraction) nach der P-Welle im EKG

 

Abb. 14: Diastolische Funktionseinschätzung, Messung der E` über Mitralklappenanulus

 

S4Ch – subcostaler 4 Kammer Blick

 Schallkopfposition

  • Subxyphoidal
  • Markierung des Schallkopfes zur linken Seite des Patienten (etwa auf 3-4 Uhr)
  • Flaches Auflegen des Schalkopfes auf die Bauchdecke, leichtes Drücken um unter Xyphoid zu rutschen, Schallstrahl zur linken Schulter gerichtet
  • Empfohlen beim flach liegendem Patienten, Knie beugen hilft die Bauchwandmuskulatur zu entspannen
  • Vorteilhaft wenn andere Anlotungen schlecht einstellbar (Rückenlage,  COPD, Reanimation etc.)

 Qualitätskriterien

  • Siehe Abb.15
  • 4 Kammer sichtbar (Apex meist abgeschnitten, muss nicht zwingend sichtbar sein)
  • Septum schräg
  • Rechte Herzhöhlen immer auf der Leberseite
  • Einstelltiefe ca. 20-25cm

 Messungen, Pathologien

  • Reanimation
  • Perikarderguss
  • RV : LV Ratio
  • LV Funktion
  • RV Funktion
  • Septum
  • Klappenmorphologie

Abb. 15: Subcostaler 4 Kammer Blick

 

S2Ch – subcostaler 2 Kammer Blick

Schallkopfposition

  • Subxyphoidal
  • Falls vorher S4Ch, drehen den Schalkopf gegen Uhrzeigersinn um ca. 90o (bis Markierung auf ca. 12-13 Uhr)
  • Markierung des Schallkopfes zeigt nach kranial

 Messungen

  • LV Pumpfunktion („eyeballing“)  (Abb. 16)
  • Regionale Wandbewegungsstörungen (RWBS)
  • RV Belastung (D-Sign)
  • Perikarderguss

Abb. 16: Subcostaler 2 Kammer Blick

 

Apikaler 2 Kammer Blick

 Schallkopfposition

  • In der Projektion des „Herzspitzenschlages“, etwas unterhalb und lateral der Mamille
  • Markierung gerichtet nach kranial (12Uhr)
  • Falls vorher Apikaler 4 Kammer Blick: rotieren des Schallkopfs im Gegenuhrzeigersinn um ca. 90o (Markierung etwa auf 1 Uhr)

 Messungen

  • Zur Einschätzung der LV Pumpfunktion, EF Berechnung (Abb. 17)
  • Regionale Wandbewegungsstörungen

Abb. 17: Apikaler 2 Kammer Blick

 

Apikaler 3 Kammer Blick

 Schallkopfposition

  • Falls vorher Apikaler 2 Kammer Blick – rotieren den Schallkopf gegen Uhrzeigersinn 30o um ca. 30o (Markierung etwa auf 10-11 Uhr)

 Qualitätskriterien, Messungen

  • Abb 18
  • LVOT, Aortenklappe
  • Klappenmorphologie, Bestimmung der Hämodynamik
  • Regionale Wandbewegungsstörungen

Abb. 18: Apikaler 3 Kammer Blick

 

Apikaler 5 Kammer Blick

 Schallkopfposition

– Ausgangsposition: Apikaler 4 Kammer Blick. Leichtes kippen nach unten („loslassen der Handbremse“) und ggf. wenig rotieren im Uhrzeigersinn auf 4 Uhr

 Qualitätskriterien, Messungen

  • Abb. 19
  • Sichtbarer LVOT, Aortenklappe
  • Klappenmorphologie, Bestimmung der Hämodynamik
  • Regionale Wandbewegungsstörungen

Abb. 19: Apikaler 5 Kammer Blick

 

Vena cava inferior

 Schallkopfposition

  • Median, subxyphoidal, Markierung des Schallkopfes zeigt nach kranial (etwa auf 12 Uhr)
  • Mustern mit dem Schalkopf nach rechts (aus Patientensicht) bis V. cava mit Mündung in den rechten Vorhof sichtbar (Längsdarstellung der Vene)
  •  Durch die Rotation um 90o im Uhrzeigersinn mögliche Darstellung der Vene in Kurzachse – Ellipsoid sichtbar

 Qualitätskriterien

  • Horizontal hinter der Leber liegende V.cava inferior
  • Cave: Form der Vene – ellipsoid, somit falsche Lumeneinschätzung möglich
  • Vermeide Atembedingtes Verrutschen

 Messungen, Pathologien

  • Atemvariabilität:  inspiratorischer und exspiratorischer Durchmesser
  • Messort: 1-3 cm vor der Einmündung in rechten Vorhof
  • Prozentuale Lumenveränderung währen des Atemzyklus
  • Möglichkeit der automatisierten Berechnung mit Hilfe der GE VenueTM Software – Auto IVC (Abb. 21)
  • Beurteilung: „Fliesst das Blut ab oder nicht?“ (Stau bei Rechtsherzversagen, Perikardtamponade, Hypervolämie)

Abb. 20: Längsdarstellung der V.cava inferior mit Mündung in rechten Vorhof

 

Abb. 21: Atemvariabilität: Messung der Variabilität des V. cava Durchmessers während Atemzyklus mittels Auto-IVC. 1 – Wählen des Programms; 2 – Einstellung des Messortes nahe rechten Vorhof; 3 – Ergebnisse

 

Autoren

  • Dr. med. Diktanaite Dovile, Klinik für Anästhesie, Luzerner Kantonsspital
  • Dr. med. Emilis Simeliunas, Klinik für Anästhesie, Luzerner Kantonsspital
Mitwirkende Autor/innen

Verantwortlicher Author
Dr. med. Christian Salis
Oberarzt Anästhesie