PNL (Perkutane Nephrolitholapaxie)

PNL (Perkutane Nephrolitholapaxie)

Eingriffsspezifische Besonderheiten

  • Endoskopisches Verfahren zur Entfernung von Nierensteinen (Nephrolithiasis)
  • Type & Screen (wenn Antikörper vorhanden sind, 2 EK austesten lassen)
  • Besondere Lagerung nötig!

Indikation

  • Die Indikation zur Nephrolitholapaxie ist bei Nierensteinen mit einer Grösse über 2,5 cm gegeben
  • Nach Aufdehnung des Punktionskanals werden die Steine unter Sicht zertrümmert und entfernt

Anästhesie

  • Standartmonitoring, evt. 2 VF
  • Allgemeinanästhesie mit Intubation (aufgrund Lagerung und unbestimmter Dauer des Eingriffs) 
  • Arterienkatheter bei Bedarf
  • Bairhugger!! (grosse Menge Spüllösung, Cave: Temperaturabfall)

Operation

  • Der Nierenbeckenkelch wird unter sonographischer und radiologischer Kontrolle mit einer Punktionsnadel punktiert
  • Ein Führungsdraht sichert den Punktionskanal, welcher mittels dünner Kunststoffstifte oder bei der PNL mit Teleskopbougies, langsam und vorsichtig aufgedehnt wird
  • Mittels Renoskop werden dann die Steine zertrümmert und entfernt
  • Spüllösung NaCl 0.9%
  • Röntgen-Kontrollen
  • Kontrastmittel
  • Dauer zwischen 1.5h und 4h

    Lagerung

    • Rückenlage und seitlich angehoben
    • Seitenlage
    • Bauchlage bei speziellen Indikationen (gute Lagerung und Polsterung erforderlich, sowie ständige Lagerungs-Kontrolle !)
    • Oftmals wird vorausgehend eine URS mit oder ohne Schienung durchgeführt
    • Die URS wird in der Regel in Steinschnittlagerung operiert
    • Für PNL ist danach die intraoperative Umlagerung nötig
    • Nach OP-Ende Umlagerung von Bauchlage in Rückenlage direkt ins Patientenbett

Anästhesiestandort

PNL in Rückenlage oder Seitenlage

  • Anästhesiestandort wie gewohnt

PNL in Bauchlage

  • PNL Rechts: Anästhesiestandort wie gewohnt
  • PNL Links: Anästhesiestandort an Fensterfront (Respiratorposition ändern)

Postoperatives Management

  • AWR
  • Analgesie mittels Dafalgan fix, Novalgin fix, Morphin für AWR, Oxynorm i.R, eventuell Buscopan i.R.

Perioperative Komplikationen

Starke Blutungen aus dem Nierengewebe oder grossen Gefässen
Verletzung des Bauchraums oder des Rippen-Diaphragmawinkels (Darmverletzung, Pneumothorax)
Perforation des Nierenhohlsystems
Urinaustritt beim Einschieben des Katheters (Cave: Urosepsis!)
Kontrastmittelallergie
Einschwemmsyndrom durch die Spüllösung (Cave: Hypervolämie)
Lagerungsschäden
Blindheit durch Bauchlage (Cave: Hypotonie vermeiden!)
Mitwirkende Autor/innen

Verantwortlicher Author
Dr. med. Peter Christen
Co-Chefarzt Anästhesie