Nephrektomie laparaskopisch oder offen

Nephrektomie laparaskopisch oder offen

Eingriffspezifische Besonderheiten

  • Der Eingriff erfolgt laparaskopisch oder offen über einen Flankenschnitt
  • Beim offenen Verfahren sollte eine thorakale PDA angelegt werden
  • Erhebliche und schnell auftretende Blutverluste sind möglich, da in der Nähe grosser Gefässe operiert wird
  • Die Patientin wird auf einer Vacuum-Matratze gelagert, um das Abrutschen zu verhindern und wird in Seitenlage maximal ausgeknickt. Dies kann zu hypotensiven Phasen führen
  • OP-Dauer ca. 240 Minuten

Indikation

  • Nierentumore
  • Niereninfarkt
  • Rezidivierende Nephritiden
  • Schwere Fälle von Nephrolithiasis
  • Hydronephrose
  • Dysplasie

Perioperative Besonderheiten

  • Type & Screen (wenn Antikörper vorhanden sind, 2 EK austesten lassen)
  • Nierentumoren können in die V. cava einwachsen! (an TEE und HLM denken)
  • Zur besseren Darstellung des Tumors oder um Leckagen am Ureter bei iatrogener Verletzung zu erkennen wünschen die Operateure gelegentlich Indocyaningrün, Verdye® iv. (wird vom OP abgegeben) Zeitpunkt und Dosierung des Medikamentes wird durch den Operateur bestimmt: Maximale Dosierung 5mg/kg. Gabe von 1-2 Fläschchen  (1Flasche à 25mg in 5ml Aquadest verdünnen)

Anästhesieverfahren

  • Standartmonitoring
  • Intubationsnarkose, LTA wenn möglich
  • 2 grosslumige periphere Zugänge
  • Arterienkatheter
  • Thorakale PDA bei offenem Verfahren
  • Lidocain-Perfusor bei laparoskopischem Verfahren
  • PONV-Prophylaxe
  • Kontinuierliche Muskelrelaxation
  • DK

Lagerung

Laparoskopisches Verfahren

  • Seitenlage in Vacuum-Matratze
  • Maximale Ausknickung (Cave: Lagerungsschaden!)
  • Arm hochgelagert auf Armbänkli (zugänglich!)

Offenes Verfahren

  • Je nach Wunsch: angehoben, manchmal 45° oder Seitenlage
  • Arm hochgelagert auf Armbänkli (zugänglich!)

Postoperatives Management

  • AWR oder ZIM je nach Grösse des Eingriffs
  • Schmerztherapie:
    • Paracetamol 4 x 500mg peroral
    • Metamizol 3-4 x 1g peroral
    • Diclofenac nur im post-op Verlauf, je nach Kreatininwert und Blutung (Entscheid Urologie)
    • i.v. PCA oder Oxynorm Tropfen 5-10mg p.o. max. 2-3 stdl.
  • Bei thorakaler PDA epidurale PCA mit Bupivacain 0,125% / Fentanyl 2mcg/ml
  • Labor: Hg I, Elektrolyte, Kreatinin, Glucose, Gerinnungsstatus
  • Auf Diurese achten
  • Auf Drainageverluste und Verbände achten
Mitwirkende Autor/innen

Verantwortlicher Author
Dr. med. Peter Christen
Co-Chefarzt Anästhesie