Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenoperation
Eingriffsspezifische Besonderheiten
- Grundsätzlich Operation in euthyreoter Stoffwechsellage
- Thorax oder CT präoperativ auf Einengung der Trachea beurteilen
- Bei Engegefühl vor allem in Rückenlage ist eventuell eine wach fiberoptische Intubation indiziert
- Auf Stridor achten (Recurrensparese?)
- Falls Operation in Sternotomiebereitschaft: 2.VF, erweitertes Monitoring evaluieren
- Als Komplikation kann eine thyreotoxische Krise auftreten (DD maligne Hyperthermie)
Präoperativ
- Hg1, Q, TSH, fT3, Gesamt-Kalzium, PTH
- Kein Type & Screen bei Standard-Thyroidektomie
- Type & Screen (2 Bestimmungen) nur bei grosser intrathorakaler Struma
- Sonographie, evtl. Thorax-Röntgen oder CT
Anästhesieverfahren
Keine NSAR (Nachblutungsgefahr mit Verlegung der Atemwege)
Recurrensmonitoring
Die Elektrode wird immer mit einem 7.5 Spiralfedertubus verwendet
- Bei kleineren Tuben muss eine kleinere Elektrode verwendet werden
- Tubus vor dem Befestigen der Elektrode erst mit Äther vorreinigen
Kein Optilube Gel verwenden
- Die Folie der Elektrode entfernen
- Der blaue Baklen (siehe Pfeil) mittig zwischen die zwei schwarzen Tubusmarkierungen und der vertikale, durchsichtige Streifen zwischen den Elektorden mittig auf der Tubusschweissnaht anbringen

- Als erstes die längere Lasche A ohne Falten um den Tubus kleben
- Danach Lasche B ohne Falten um den Tubus kleben



Narkoseführung
- Bei zu erwartender Intubationsschwiergikeiten (Stridor, ausgeprägte Einengung der Trachea, Struma per magna…) wach fiberoptische Intubation
- Ansonsten Platzieren des Spiralfedertubus mit speziellen Stimulationslektroden
- Oberer Strich der Elektrode muss auf Höhe der Stimmbänder liegen
- Ableitung des Tubus nach seitlich und oben (Spezielle Strumafixation)
- Optische Kontrolle der Elektrode durch Operateur (Laryngoskopie)
- Mechanische Kontrolle durch Anästhesie/OPS: Durch klopfen auf den Larynx ist auf dem Monitor ein Ausschlag erkennbar
- Tiefe Narkose
- Keine Nachrelaxation, da Verwendung des Neurosign®!!
- Bei Extubation auf Stridor achten cave Recurrensparese
Intraoperative Laborbestimmung
Parathyreoidektomie
- Blutentnahmen gemäss Verordnung des Schilddrüsenzentrums

- EDTA-Monovette zur Parathormonbestimmung

- Die PTH Bestimmung vor Schnitt darf mit der Rohrpost ins Labor gesendet werden
- Die intraoperativen PTH Bestimmungen müssen sofort ins Labor gebracht weden (0 + 5 Minuten Entnahmen gemeinsam und 10 + 15 Minuten Entnahmen gemeinsam)
- Die PTH Bestimmungen werden von der Lagerungspflege, OP-Springer oder falls Kapazität vorhanden von der Anästhesie (HNO und ZOP, nicht in der FKL) ins Labor gebracht
- Rechtzeitige Voranmeldung im Labor erfolgt vom HNO-OP-Team
Laboretiketten zusätzlich von Hand mit 0′ / 5′ / 10′ / 15′ beschriften. Jede Entnahme muss zwingend einzeln gescannt werden, damit korrekte Zeitstempel generiert werden.
Totale Thyreoidektomie beidseitig
- Erste Parathormonbestimmung durch die Abteilung oder bei Anästhesie-Einleitung
- Blutentnahme 10 Minuten nach Entfernung des Präparates
- EDTA-Monovette zur Parathormonbestimmung
- Bei Abgabe des Patienten: ins Labor senden via Rohrpost

Kalzium-Substitution bei erniedrigtem PTH
| Parathormon |
Massnahme |
| PTH > 15 pg/mL |
Keine Massnahmen nötig |
| PTH < 15 pg/mL |
Kalzium-Substitution mit Ca-Effervetten 1g 1-1-1 sobald trinken erlaubt |
| PTH < 6 pg/mL |
Rocaltrol 0,25mg 1-0-1 p.o. |
- Blutentnahme gemäss Operateur
- 1.postop.Tag: Gesamt-Kalzium
- 2.postop.Tag: Blutentnahme nur bei klinischer oder laborchemischer Hypokalzämie am Vortag
Kalzium-Substitution bei klinischer Hypokalzämie
Zeichen der Hypokalzämie sind Kribbeln, Krämpfe, positives Chvostek-Zeichen