Akute Blutungen im HNO-Bereich

Akute Blutungen im HNO-Bereich

Eingriffsspezifische Besonderheiten

  • Bei vitaler Indikation keine Verzögerung durch Prämedikation, direkt in OP bestellen
  • Einleitung im Saal, Blutverlust wird häufig unterschätzt
  • Mit einer schwierigen Intubation muss gerechnet werden, genügend Hilfe anfordern
  • Operateur muss bei Narkoseeinleitung im Saal anwesend sein (Notfalltracheotomie-Bereitschaft)
  • Postoperative Blutungen können in Abhängigkeit der Lokalisation die Atemwege von aussen komprimieren (z. B. Struma)
  • Bei Tumoren kann eine akute Blutung durch Tumorarrosion grosser Gefässe ausgelöst sein (A. carotis, V. jugularis)
Bei TE-Nachblutung: Auch bei stehender Blutung ist Vorsicht geboten! Durch die Laryngoskopie/Intubation kann die Blutung reaktiviert werden (z.B. durch Verschieben von Koageln)

AnästhesieVerfahren

  • RSI, ITN, kleinere Tuben bereit halten, evtl Notintubationskoffer im Saal
  • Gute peripher-venöse Zugänge
  • Sugi auf Funktionstüchtigkeit überprüfen, 2. Sugi bereit stellen
  • Type + Screen gültig
  • Videolaryngoskopie

Narkoseführung

  • Präoxygenierung
  • RSI, evtl muss ein Helfer zusätzlich saugen, Volumensubstitution
  • Abhängig von der Gesamtsituation erweitertes Monitoring
  • Blutstillung hat Vorrang
  • Testblut, falls noch nicht vorhanden, abnehmen, Transfusion je nach Hb / Situation
  • Am Ende Magen absaugen, mit Operateur besprechen ob eine Extubation möglich ist
  • Bei massiver Aspiration oder Schock Verlegung ins ZIM
  • Extubation bei wachem Patienten
  • Auf Stridor achten

Postoperatives Management

  • In Abhängigkeit der Situation Verlegung in den AWR oder ZIM
  • Labor Kontrolle
Mitwirkende Autor/innen

Verantwortlicher Author
Dr. med. Roland Steinmann
Oberarzt Anästhesie