Off Pump Herzchirurgie

Off Pump Herzchirurgie

Eingriffspezifische Besonderheiten

  • CABG mit HLM zeichnet sich dadurch aus, dass eine globale Ischämie durch das Abklemmen der Aorta herbeigeführt wird
  • Die Folgen der Ischämie werden gemildert durch die Kardioplegie und den dadurch bedingten diastolischen Herzstillstand sowie eine Hypothermie meist von 32°C
  • Die Off Pump Chirurgie hat den Vorteil, dass bei optimalem Verlauf es nur zu einer regionalen Ischämie kommt. Zusätzlich wird diese minimiert durch Einlage von Shunts
  • Zwei Dinge sind bei der OFF-Pump-Chirurgie von höchster Wichtigkeit: Die dauernde Kommunikation mit dem chirurgischen Team und der Wärmeerhalt
  • Der OP-Saal wird deshalb vom OP-Personal aufgeheizt. Wir versuchen den Wärmeverlust durch Bair-Hugger und gewärmte Infusionen zu vermindern
  • Die verschiedenen Manipulationen, die für eine optimale chirurgische Exposition notwendig sind, beeinträchtigen die hämodynamische Stabilität
  • Diese Stabilität kann durch vorbeugend eher grosszügige Volumengabe, Kippen des OP-Tisches erzielt werden
  • Im weiteren braucht es Geduld bis sich die Situation bei den diversen Lagemanövern eingependelt hat
  • Erst dann zu weiteren medizinischen Massnahmen wie Vasokativa oder Nitroglycerin greifen
  • Hämodynamsiche Instabilitäten und ST-Veränderungen sind mit dem Chirurgen zu diskutieren, dabei aber darauf achten, ob der Zeitpunkt dafür günstig ist oder ob man nicht besser durchbeisst, falls z.B. die Anastomose beinahe fertig ist. Der Anästhesist ist auch ein Diplomat

Zusätzliche Massnahmen

  • Wärmematte von Anfang an auf 38°C einstellen
  • Zusätzliches Monitoring: Swan Ganz Katheter (da TEE bei luxiertem Herzen nur noch eine eingeschränkt Aussagekraft hat)
  • Liquemin: 100 E/kg KG (Ziel ACT 250-300)
  • ACT-Kontrollen: Alle 20 Minuten
Vor Luxationsmanövern Verfügbarkeit des Kaderarztes sicherstellen

 

Protamingabe: 100 E / kg KG

 Spezialfall der Off Pump Chirurgie = MIDCAB (Minimalinvasive Bypass Operation)

Siehe MIDCAB

 
Mitwirkende Autor/innen

Verantwortlicher Author
Dr. med. Peter Christen
Co-Chefarzt Anästhesie