Achtung:
Insuffiziente Regionalanästhesie bei Sectio
Neues SOP zum Vorgehen bei insuffizienter Regionalanästhesie bei Sectio
29. Mai 2026
KD Dr. med. Jackie Benz
Leitende Ärztin Anästhesie
Insuffiziente Regionalanästhesie bei Sectio
Spinalanästhesie
Ursachen und präventive Massnahmen
5% der Spinalanästhesien zur Sectio haben eine insuffiziente Wirkung
Die Identifizierung von Risikofaktoren und eine Strategie zur Risikominderung von Spinalanästhesieversagern ist wichtig
In der präoperativen Einverständniserklärung muss über ein Blockversagen und dessen Folgen aufgeklärt werden
Lagerung
Optimale Positionierung nach Spinalanästhesie (inkl. leichte Linksseitenlage)
Knick Höhe obere BWS verhindert ein zu hohes Aufsteigen der Spinalanästhesie
Leichtes Anheben der Beine vermindert die Hyperlordose und ermöglicht ein höheres Ansteigen der Spinalanästhesie. Zudem hilft der venöse Rückfluss gegen Blutdruckabfälle
Insuffiziente SpA vorSchnitt
Ausbreitung der Spinalanästhesie repetitiv testen (Kälte oder Spitz/Stumpf) vor Abwaschen und Abdecken der Patientin
Zielniveau höher/gleich Th5 Zudem Motorik testen: Beine können nicht mehr angehoben werden
Wenn Niveau tiefer als Th6 trotz Kopftieflage oder Beine angehoben 15 Minuten nach Punktion –> kein Schnitt durchführen
Kommunikation mit Operateur und gemeinsamer Entscheid über weiteres Verfahren
Insuffiziente SpA während Sectio
Kommunikation mit Operateur und Information über weiteres Prozedere
Die Insuffizienzrate beim Aufspritzen einer PDA zur Sectio ist ca. 10%!
Frühzeitige Neuplatzierung im Gebs anstreben, wenn keine Besserung nach Aufspritzen (6-10ml LA und 20-30min Einwirkzeit) erreicht wird (SOP Insuffiziente PDA)
Es benötigt kein Zeitintervall nach letztem Aufspritzen mit Ropivacain 0.2% 10ml zur Neuplatzierung PDA oder Spinalanästhesie wenn keine sensorische Blockade besteht
Falls nach 10ml Aufspritzen von Lidocain CO2 2% oder Chloroprocain 3% mit Adrenalin 1:200’000 kein motorischer Block entsteht, ist der Erfolg unwahrscheinlich. Es kann noch auf eine Spinalanästhesie gewechselt werden, falls keine sensorische Blockade im Bereich L4-S1 besteht
Nach 15-25ml Lidocain CO2 2% oder Chloroprocain 3% mit Adrenalin 1:200’000 und ungenügender Wirkung, soll keine Spinalanästhesie mehrdurchgeführt werden aufgrund des Risikos einer totale Spinalanästhesie (hohe epidurale Volumina verkleinern den Intrathekalen Raum). Durchführung einer Allgemeinanästhesie (s. Algorithmus «Management bei Insuffizienter Spinalanästhesie»).
Cave toxische Grenzen Lokalanästhetika – Faustregel: maximal 25ml!: Lidocain CO2 2% mit Adrenalinzusatz 1:200’000: 7mg/kg (entspricht 0.35ml/kg); Chloroprocain 3% mit Adrenalinzusatz 1:200’000 14mg/kg (entspricht 0.45ml/kg- max. 1000mg)
Bei intraoperativer insuffizienter Wirkung: s. Algorithmus «Management insuffiziente Spinalanästhesie»
Literatur
The Incidence and Predictors of Failed Spina anesthesia After Intrathecal Injectio of Local anesthetic for Cesareab Delivery: A Single-Center, 9-Year Retrospective Review; S. Y. Jin et al. Anesth Analg 2024
ESAIC focused guidelines fr the management oft he failing epidural during labour epidural analgesia, N. Brogly at al. EJA 2025
Prevention and Management of intra-operative pain during caesarean section under neuraxial anaesthesia: a technical and interpersonal approach, Plaat F et al., Anaesthesia 2022
SAOA recommendations 2024: Failed epidural or spinal in obstetric anaesthesia